Lauter Jubel schallt über den Pausenhof der Schiller- und Pestalozzischule in Backnang, als rund 100 Radfahrer in ihren gelben Trikots einfahren. Denn die Schillerschule ist eine Etappe der diesjährigen Ginkgo-Tour (siehe Infotext). Bei der dreitägigen Tour sammeln die Radler, darunter auch Prominente wie der Musiker und Schauspieler Michael Gaedt sowie der Schauspieler Richy Müller, auf mehreren Etappen Spenden für schwerkranke Kinder.
Auf dem Pausenhof angekommen, werden die verschwitzten Radler, die zuvor an der Albertville-Realschule in Winnenden Halt gemacht haben, mit einem Lied von den Schülerinnen und Schülern begrüßt. Im Anschluss ergreift Oberbürgermeister Maximilian Friedrich das Wort und zeigt sich begeistert und dankbar vom herzlichen Empfang. „Bei der Begrüßung könnte man fast meinen, man ist bei der Tour de France“, so der Oberbürgermeister. Sein Dank gilt aber auch den vielen Radfahrerinnen und Radfahrern sowie Christiane Eichenhofer, die die Ginkgo-Tour vor 33 Jahren ins Leben gerufen hat, um mit Spenden Kindern zu helfen, denen es nicht so gut geht.
Der Oberbürgermeister ist aber nicht nur gekommen, um „warme Worte“ zu verlieren, sondern auch, um Spenden zu überbringen. Gemeinsam mit der Schillerschule und der Pestalozzischule hat die Stadt Backnang 2000 Euro gesammelt, die in Form eines Schecks übergeben werden. „Wir haben an unserer Schule einen Sponsorenlauf veranstaltet und die Schüler wurden dabei von den Eltern gesponsert. Unsere Lehrkräfte haben Waffeln gebacken und verkauft“, erzählt Simone Otterbach, Rektorin der Schillerschule, zum Sammeln der Spenden. Die Rektorin war auch dafür verantwortlich, dass die Schillerschule als Etappenziel gewählt wurde: „Wir wollen hilfsbedürftigen Kindern helfen.“ Dem kann Simone Knoblauch, Rektorin der Pestalozzischule, nur zustimmen: „Wir wollen uns für die Gemeinschaft einsetzen und die Schwächeren unterstützen.“
Neben den beiden Schulen und der Stadt Backnang ist auch die Initiative Klimakonkret aus Weissach im Tal durch ein Mitglied vertreten, um Spenden an die Ginkgo-Tour zu übergeben. Die Initiative hat dafür aus alten Bannern Taschen genäht und diese auf dem Straßenfest verkauft. Der Erlös wird feierlich in einer dieser Taschen übergeben. Auch Julia Emer vom Kinderbekleidungsladen „Pünktchen und Anton“ hat 500 Euro Spenden gesammelt. Alexandra Rupp von der Boutique „Zauberhaft“ hat ebenfalls eine Dose voller Spenden dabei.
Christiane Eichenhofer ist die Freude über die vielen Spenden förmlich ins Gesicht geschrieben. Zum Dank hat sie der Schillerschule einen Ginkgobaum im Topf mitgebracht. Ihr Dank gilt aber nicht nur den Anwesenden, sondern auch der Backnanger Firma Müllinger, die die Motorradfahrer, welche die Radler begleiten, für die Fahrt bereitgestellt hat. „Es war ein toller Etappenstopp“, fasst sie zum Schluss zusammen und eine La-Ola-Welle bringt den Pausenhof zum Beben. Die Radfahrer dürfen sich dann am von der Schule organisierten Buffet stärken. Unter ihnen ist Katharina Mann. Die Telekom-Mitarbeiterin und ihr Mann Steffen radeln schon seit 2016 bei der Tour mit. „Jeder kann sich dafür anmelden. Wir wollen unseren Teil beitragen“, erzählt sie. Schauspieler und Musiker Michael Gaedt bezeichnet die Tour sogar als sein „Highlight“ des Jahres. Deshalb setzt er sich auch schon seit 20 Jahren für den guten Zweck auf den Drahtesel. „Gestern haben wir schon die 100 000-Euro-Marke geknackt“, freut er sich. Und mit diesem Hochgefühl im Gepäck schwingt er sich auf den Sattel, denn das nächste Etappenziel wartet: die Firma Stoba.
Ginkgo-Tour
Projekt: Die Ginkgo-Radtour wurde 1992 von der Christiane-Eichenhofer-Stiftung ins Leben gerufen. Seitdem rollt sie jedes Jahr durch den süddeutschen Raum, um Spenden für schwer kranke Kinder einzusammeln. Die diesjährigen Spenden gehen an den Bunten Kreis Aalen und den Bunten Kreis Schwäbisch Gmünd. Beide Einrichtungen betreuen kranke Kinder. Mehr dazu unter: tourginkgo.de
Tour: In diesem Jahr führt die dreitägige, knapp 250 Kilometer lange Tour vom 3. bis 5. Juli durch den Ostalbkreis und den Rems-Murr-Kreis. Gestern machte sie Halt an der Schillerschule, bei der Firma Stoba und am Bize in Weissach im Tal.






